Wie Kinder Problemlösungs–
fähigkeiten entwickeln
16.06.2026
Unser Experte Julian Schäfer, Fachbereichskoordinator an der Junior Uni Daun für Mathematik, Informatik, Technik, erklärt, warum Kinder durch aktives Handeln lernen und weshalb eigene Lösungswege für ihre Entwicklung wichtig sind.
Kinder entwickeln Problemlösungsfähigkeiten nicht durch reine Wissensvermittlung, sondern durch aktives Handeln. Besonders nachhaltig lernen sie, wenn sie selbst Hypothesen bilden, diese testen und korrigieren können.
„Kinder lernen vor allem dann, wenn sie eigene Vermutungen entwickeln, diese überprüfen und aus ihren Erfahrungen lernen“, erklärt Julian Schäfer.
Das zeigt sich bereits bei sehr kleinen Kindern. Ein Kind baut einen Turm aus Bausteinen, der immer wieder umfällt. Für Erwachsene wirkt das zunächst banal. Tatsächlich findet dabei jedoch ein wichtiger Lernprozess statt. Das Kind untersucht Ursache und Wirkung, verändert einzelne Faktoren und entwickelt Schritt für Schritt ein Verständnis für Stabilität, Gewicht und Struktur.
„Kinder lernen Problemlösen nicht dadurch, dass Erwachsene ihnen ständig die richtige Antwort geben, sondern dadurch, dass sie eigene Lösungswege entwickeln dürfen“, sagt der Fachbereichskoordinator.
Auch interaktive Systeme wie noinoi sind deshalb pädagogisch interessant, weil Kinder nicht nur Inhalte aufnehmen. Sie verarbeiten Informationen, treffen Entscheidungen und erleben die Konsequenzen ihres Handelns.
„Wenn ein Kind selbst entscheidet, entsteht Verantwortung für den eigenen Lösungsweg. Dadurch wird Lernen intensiver verarbeitet als beim reinen Konsum von Inhalten“, so Schäfer.
Dabei spielt auch die emotionale Beteiligung eine wichtige Rolle. Kinder lernen, mit Rückschlägen umzugehen, denn nicht jeder Versuch führt sofort zum Ziel. „Fehler sind keine Niederlagen, sondern Chancen, etwas Neues zu entdecken“, erläutert Julian Schäfer.
Für den Experten steht deshalb fest: „Kinder brauchen Möglichkeiten, selbst auszuprobieren, eigene Lösungen zu entwickeln und aus ihren Erfahrungen zu lernen.“